Amalgam - ein gutes Füllungsmaterial

Sonntag, 5. August 2018

Seit 2018 ist die Anwendung von Amalgam bei bestimmten Risikogruppen  eingeschränkt. Dazu zählen Kinder unter 15 Jahren, Schwangere und Patienten mit einer nachgewiesenen schweren Nierenfunktionsstörung. In den Fällen bezahlt  jetzt die Krankenkasse auch höherwertige Füllungen.

Ziel ist hier vor allem der Schutz der Umwelt vor Quecksilber  und Schwermetallen. In Deutschland hat man vor ca. 20 Jahren per Gesetz erreicht, dass alle Zahnarztpraxen teure Amalgamabscheider einbauen ließen. Deshalb steht hier das Problem der Umweltbelastung eigentlich nicht, da die Filter 95% der Schwermetalle extrahieren.  In den anderen EU-Ländern waren die Regierungen nicht so erfolgreich , bzw. die Zahnärzte haben sich gewehrt.  Deshalb versucht man jetzt die Umweltbelastung durch die Einschränkung des Einsatzes von Amalgam zu erreichen.

Für mich ist Amalgam nach wie vor ein sehr guter Füllungswerkstoff und ein Teil der Zähne, die mit einer riesigen Amalgamfüllung gerade noch so über die Zeit gerettet werden konnten, werden wohl  in Zukunft der Zange zum Opfer fallen.  Mit meiner positiven Meinung zum Amalgam befinde ich mich auch weiterhin in Übereinstimmung mit der Wissenschaft, wie die aktuelle Meldung zeigt.

Zur möglichen Gesunheitsgefährdung schreibt  die Bundeszahnärztekammer in einem 2018 verlautbartem Statement: „Weltweit gibt es kein Füllungsmaterial, das so oft und intensiv auf eine mögliche Gesundheitsgefährdung hin untersucht wurde, wie es bei Amalgam der Fall ist. Keine Studie konnte den Nachweis für die These erbringen, dass Amalgamfüllungen in einem ursächlichen Zusammenhang mit degenerativen Krankheiten, anderen Krankheiten oder sonstigen unspezifischen Symptomen steht.

Seltene Effekte wie auch bei anderen Füllungswerkstoffen sind zum Beispiel allergische Reaktionen. Die alternativ zur Verfügung stehenden Werkstoffe (meist Kompositkunststoffe) können jedoch nicht alle Indikationen von Amalgamfüllungen abdecken.  Link

Amalgam oder doch besser Kunststoff?

Sonntag, 4. August 2013

Dr. Thomas Kühn Haben Sie sich mal gefragt, wie alt Ihre Füllungen (Plomben) sind, vielleicht 10 oder schon 20 Jahre? Und obwohl Amalgam seinen Langzeittest schon seit Jahrzehnten mit Bravour bestanden hat, ist es für manche Patienten bei einer Erneuerung der Füllung nicht einfach, sich wieder für Amalgam zu entscheiden. Durch spekulative Presseberichte in den vergangenen Jahren und Fehlinformationen unterschiedlicher Interessengruppen ist es zu einer Verunsicherung der Bevölkerung gekommen die bis heute dazu beiträgt, dass die Amalgamfrage sehr emotional diskutiert wird.

Alle weltweit durchgeführten Studien haben gezeigt, dass Füllungen aus Amalgam sehr widerstandsfähig sind und am längsten halten. In einer von Amalgamskeptikern und Amalgambefürwortern konzipierten langjährigen Studie wurde festgestellt, dass von AMG „keine über ein medizinisch vertretbares Maß hinausgehenden Risiken zu erwarten sind.“

Nach meiner 30jährigen Berufserfahrung spricht für AMG:

- dass es auch dort hält, wo andere Materialien grandios versagen, zum Beispiel wenn die Trockenlegung nicht ausreichend funktioniert

- dass auch sehr große Füllungen, die manchmal mehr als 2/3tel des Zahns umfassen, der Kaukraft standhalten

- dass das Material kostengünstig und vergleichsweise einfach zu verarbeiten ist was Zusatzkosten verhindert.

Was spricht für zahnfarbene Kunststofffüllungen?

- An erster Stelle steht die sehr gute Ästhetik.

- Bei kleineren Füllungen, bei denen die Trockenlegung gewährleistet ist, kann man eine Haltbarkeit von 5-8 Jahren erwarten.

- Nachteilig ist der deutlich höhere Materialpreis und ein im Vergleich zum Amalgam 2-3facher Zeitaufwand, dessen Kosten der Patient zu tragen hat.

Wer mehr über vergleichende Einschätzung von Amalgam und Kunststoff lesen möchte, kann sich den Vortrag von Prof. Georg Meyer von der Universität Greifswald ansehen.