Kunststoffe - ein unbedenkliches Füllmaterial?

Samstag, 26. Februar 2011

Inzwischen stehen auch die zahnfarbenen Füllmaterialien (Composite) in der Diskussion, gesundheitsschädliche Wirkungen zu entfalten. Der chemische Weichmacher Bisphenol A, der ähnlich wie das weibliche Hormon Östrogen wirkt, könnte  aus Compositen freigesetzt werden. Nach Meinung der  Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche Zahnmedizin (GZM) ist dieses Material in der Zahnheilkunde deshalb nicht mehr tragbar.

 

Als Zahnarzt stellt man sich dann die Frage, welches Material überhaupt noch eingesetzt werden soll. Amalgam und Composite sind zwar sehr haltbar, aber laut GZM nicht ohne gesundheitliches Risiko. Bei Goldgussfüllungen sind bislang keine Nebenwirkungen bekannt, aber sie sind für die meisten Patienten nicht bezahlbar. Die anderen Füllmaterialien haben eine Haltbarkeitim 2-Jahreshorizont und scheiden deshalb aus. Aus meiner Sich unterstreicht dieser Sachverhalt die Bedeutung der Prophylaxe, denn durch intensive Zahnpflege läßt sich ein Karies in vielen Fällen vermeiden.  Patienten, die bei uns zur professionellen Zahnreinigung kommen, brauchen nur noch ganz selten neue Füllungen.

An sonsten sollte man auch die Füllungswerkstoffe als Medikament mit Nutzen und Nebenwirkung betrachten. Der Nutzen eines vernünftig versorgten Zahnes ist deutlich höher zu bewerten, als das vermeintliche Risiko.

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Narkosebehandlung völlig unproblematisch?

Freitag, 21. Mai 2010

Manchmal werde ich von Eltern, die selber unter Zahnarztangst leiden gefragt, ob ihre Kinder auch unter Narkose behandelt werden können. Ich stehe dieser Behandlung sehr kritisch gegenüber, weil das Risiko zum Nutzen für mich in keinem Verhältnis steht. Wenn Kinder von den Eltern gut auf eine Behandlung vorbereitet werden und zusätzlich Hypnosetechniken eingesetzt werden,  lassen sich Kinder meistens sehr gut behandeln.

(Von einer Kollegin wurde mir der unten angehängte Leserbrief zur Verfügung gestellt)

Zur dpa-Meldung, veröffentlicht am 6./7. Februar 2010: "Zweijähriger stirbt nach Zahn-Behandlung"

Einem Narkosearzt wird fahrlässige Tötung vorgeworfen, weil nach einer Zahnbehandlung unter Vollnarkose ein Zweijähriger gestorben ist. Da die Zahnbehandlung in einer Zahnarztpraxis durchgeführt wurde, gehe ich davon aus, dass es sich nicht um einen Unfall bzw. akuten Notfall gehandelt hat, sondern um die Sanierung eines Kindes mit Frühkindlicher Karies, auch "Nuckelflaschenkaries" genannt. Nun frage ich mich, was kann der Anästhesist dafür, dass das Kind im Alter von zwei Jahren schon so zerstörte Milchzähne hatte und nur in Vollnarkose behandelt werden konnte. Wie jeder medizinische Eingriff  hat auch die Narkose ein entsprechendes Risiko.
Bei 95 % der Zweijährigen und 85 % der Dreijährigen in Sachsen sind alle Zähne gesund, haben die zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst ergeben. Also sind doch gesunde Zähne die Norm und durchaus problemlos möglich. Ist die Schuldfrage in diesem Fall nicht an die Eltern weiter zu geben? Kann man nicht von Körperverletzung durch die Eltern sprechen, wenn diese die einfachsten Maßnahmen der Kariesprophylaxe wie Zähne putzen mit dem ersten Zahn, Vermeiden von süßen Zwischenmahlzeiten, von gesüßten Getränken oder Obstsäften in der Flasche und dem Dauernuckeln an den Trinkflaschen einfach vernachlässigen?
Manchmal habe ich das Gefühl, es ist jetzt "in" zur "Zahn-Op" zu gehen. Auch größere Kinder berichten, dass sie beim Zahnarzt geschlafen haben und gar nicht bemerkten, wie gebohrt, gefüllt und gezogen wurde. Aber dass die Zahnzerstörung ja eine Ursache hat und Karies wirklich vermeidbar ist, scheint noch nicht in das Bewusstsein vorgedrungen zu sein, wie der o.g. Zeitungsartikel zeigt.

Dr. Grit Hantzsche, Pirna

Hypnosetechnik bei Kindern

Montag, 7. September 2009

In meiner Praxis werden viele Kinder behandelt. Damit sich Ihr Kind bei uns wohlfühlt, gibt es einige Dinge zu beachten.

Kinder stehen Neuem meistens aufgeschlossen gegenüber. Ein Zahnarztbesuch kann sehr interessant sein und es ist gut, wenn Sie das Interesse des Kindes wecken.

Unser Unterbewusstsein kennt keine Verneinung. Wenn Sie dem Kind sagen, du brauchst keine Angst haben, es tut nicht weh, versteht ihr Kind: „Du musst Angst haben, es wird weh tun!“

Sie können dem Kind von Ihren guten Erfahrungen berichten und wenn Ihnen diese fehlen, sagen Sie lieber nichts.

Hört ihr Kind Negativerzählungen von anderen über einen Zahnarztbesuch, reden Sie bitte mit ihrem Kind darüber.

Überlegen Sie bitte gut, ob Sie ihr Kind ins Sprechzimmer begleiten. Wenn Sie Angst haben, überträgt sie sich unbewusst auf das Kind.

Versprechen Sie ihrem Kind bitte keine Belohnungen. Der Stress beim Zahnarzt ist groß genug. Ihr Kind kommt unter zusätzlichen Druck, wenn es sich etwas verdienen soll.

Bitten wir Sie, ihr Kind zu halten, dann ist es nicht günstig, wenn Sie das Kind streicheln. Das Kind möchte diese Berührung intensiv wahrnehmen und konzentriert sich auf das Fühlen. Dadurch wird aber auch die Wahrnehmung der Behandlung intensiviert, was wir vermeiden möchten. Halten Sie es einfach.

Schimpfen Sie nicht mit dem Kind, sondern loben Sie es für die Dinge, die es schon allein geschafft  und gut gemacht hat. Lassen Sie den Zahnarztbesuch in der Nachbereitung zu einem Erfolgserlebnis für das Kind werden.

Wundern Sie sich nicht über unsere „sonderbare Ausdrucksform“. Wir setzen spezielle Entspannungstechniken aus der modernen Hypnosetherapie ein. Wenn unsere Geschichten manchmal konfus klingen, so ist das beabsichtigt. Bei Kindern sind Konfusionstechniken eine sehr wirksame Methode, um sie in einen angenehmen Zustand zu bringen.

Angstpatienten

Samstag, 23. Februar 2008

Ein großer Teil der Menschen geht nicht gerade mit einem Wohlgefühl zum Zahnarzt. Manchen gelingt es, die Angst geschickt zu verbergen und andere schämen sich dafür.

Angst spielt in unserer Entwicklungsgeschichte eine ganz wesentliche Rolle, denn sie warnt uns, wenn Gefahr droht. Ohne sie hätten wir wahrscheinlich die ersten Lebensjahre nicht heil überstanden und in sofern hat sie eine Überlebensfunktion. Da es bei der Zahnbehandlung auch mal weh tun kann, ist die Angst durchaus verständlich.

Wenn Sie das erst Mal in meine Praxis kommen, hilft es mir, wenn Sie benennen können, wovor sie Angst haben. Für manche ist es das "ausgeliefert sein" bei der liegenden Behandlung, was sich in gewissen Grenzen verändern läßt. Auf jeden Fall ist mir wichtig, ihre Nöte zu kennen, um meine Behandlung darauf einzustellen. Spritzen und eine entsprechende Atemttechnik erlaubt es heute jedem Patienten, eine Behandlung gut zu überstehen.

Häufige Fragen

Samstag, 19. August 2006

Amalgam
Amalgam ist seit über 150 Jahren in der Zahnmedizin im Einsatz und hat den großen Vorteil, dass es billig ist und auch im feuchten Umfeld noch akzeptable Haltbarkeitswerte aufweist. Es ist das am häufigsten untersuchte Material in der Zahnmedizin und die meisten Studien bescheinigen ihm eine völlige Unschädlichkeit.

Trotzdem ergeben sich immer wieder Fragen zur Verträglichkeit. Sicherlich kennen auch Sie fälle von „Wunderheilungen“. Da gibt es einen Menschen, der so schwer an Krebs erkrankt ist, dass die Ärzte ihm nur noch eine kurze Lebensfrist einräumen. Nach Jahresfrist stellt sich der Patient wieder vor, der Tumor ist ausgeheilt und die Ärzte stehen vor einem Rätsel.

Wenn die physische Kraft in einigen Fällen in der Lage ist, ein Krebsleiden zu besiegen, so kann im umgekehrten Fall die Überzeugung, dass Amalgam gesundheitsschädlich ist, sicherlich auch zu organischen Störungen führen. Aus diesem Grund sollte jeder Patient, der Bedenken gegen den Amalgameinsatz hat, dieses klar äußern.

Zahncreme
Welche Zahncreme ist die Beste?, diese Frage wird immer wieder gestellt. Der für die Verhinderung von Zahnfeule und Parodontose wichtigste Aspekt ist die ausreichend lange und gründliche mechanische Reinigung der Zähne. Ein sauberer Zahn wird nicht krank.

Sie sollten eine Zahncreme verwenden, die Fluoride als Schmelzhärter enthält und den Schaum nach dem Putzen nicht ausspülen, damit die Fluoride über lange Zeit am Zahn wirken können. Die Produkte von ehemals ELBECHEMIE Dresden sind gut in der Wirkung, kostengünstig und sichern Arbeitsplätze in unserer Region.

Prothese nachts im Mund oder im Wasserglas?
Bei dieser Frage streiten sich die Gelehrten. Nach meinem Verständnis ist die Prothese eine körperfremde Schleimhautbedeckung. Unter ihr sammeln sich auch bei guter Mundhygiene Bakterien und Nahrungsreste. Aus diesem Grund sollte man die Prothese nachts herausnehmen um der Schleimhaut eine Erholungspause zu gewähren. Die Schuhe zieht man schließlich in der Nacht auch aus, damit sich die Füße entspannen können.

Was bedeutet Praxislabor?
In meiner Praxis betreibe ich ein zahntechnisches Labor mit einer angestellten Zahntechnikerin. Dort werden 95% meiner gesamten Arbeiten hergestellt. Probleme mit im Ausland angefertigtem Zahnersatz, von denen in den Medien berichtet wurde, können bei mir nicht auftreten.

Das Praxislabor bietet durch den engen Kontakt zwischen Patient, Zahnarzt und Zahntechniker die Möglichkeit einer individuellen Gestaltung von Zahnersatz.

Ab welchem Alter sollen Kinder in die Praxis kommen?
Wir freuen uns über Kinder in der Praxis. Sie sollten zum Termin der Eltern ab dem Alter von 2-3 Jahren mitgebracht werden. Die „Behandlung“ besteht im Hoch- und Runterfahren mit dem Zahnarztstuhl. Dadurch wird das natürliche Interesse der Kinder geweckt und sie können sich an uns gewöhnen, ohne dass damit eine angstbesetzte Erfahrung verbunden ist. Außerdem können wir anfällige Zähne erkennen und eine entsprechende Vorbeugung betreiben.

Frühkindliche Karies
Die frühkindliche Karies nimmt zu und ist durch einen Befall des Milchgebisses im Alter zwischen 3-4 Jahren gekennzeichnet. Besonders die Frontzähne weisen auf der Oberfläche schwarze Veränderungen auf und die Seitzähne sind häufig bis auf Zahnfleischniveau abgefault. Sehr eindrückliche Bilder finden sie hier. Ursache für diese Erkrankung ist der Dauerkontakt der Zahnoberflächen mit süßen Getränken aus der Nuckelflasche. Der Zucker wird von den Bakterien zu Säuren umgewandelt, die den Zahn auflösen.

Bezuschussung Zahnersatz
Im Zuge der Gesundheitsreform hat sich die Bezuschussung für Zahnersatz mit Wirkung vom 01.01.2005 grundlegend geändert.

Die Bezuschussung erfolgt nun befundorientiert, d.h. für jeden zahnärztlichen Befund ist von der Gesetzlichen Krankenversicherung ein Festzuschuss für den geplanten Zahnersatz vorgesehen. Geht die zahnärztliche Therapie über diese so genannte Regelleistung hinaus, muss dies privat getragen werden.

Weiterhin von großer Bedeutung ist das lückenlos geführte Bonusheft. Der Prozentsatz wurde für die neue Regelung umgerechnet und ist jetzt wie folgt:

Bis 31.12.04Ab 01.01.05
50 % Festzuschuss
60 %Festzuschuss + 20 %
65 %Festzuschuss + 30 %

Wir haben für Sie zwei Patientenfälle gegenübergestellt, um den oben genannten Sachverhalt besser zu verdeutlichen.

1. EinzelkroneBis 31.12.04Ab 01.01.05
Zahnärztliches Honorar BEMA137,58 € 119,29 €
Material- und Laborkosten170,98 €161,05 €
Voller Bonus - 10 Jahre167,43 €149,85 €
Patientenanteil141,13 €130,49 €
Gesamt 308,56 €280,34 €


2. Erweiterung 1 Zahn + 1 KlammerBis 31.12.04Ab 01.01.05
Zahnärztliches Honorar BEMA32,75 €35,72 €
Material- und Laborkosten38,64 €41,32 €
Voller Bonus - 10 Jahre46,40 €67,67 €
Patientenanteil 24,98 € 9,67 €
Gesamt71,39 €77,04 €

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.prodente.de/.