Zuzahlungen

Deutschland hat ein hervorragendes Gesundheitswesen, um das uns die Welt beneidet. Gegenüber den meisten europäischen Staaten gibt es bei uns zahnärztliche Versorgung auf Krankenschein. Damit die Kosten bezahlbar bleiben, sind die Leistungen in ihrem Umfang klar definiert und begrenzt. So können Behandlungen mit einem erhöhten ästhetischen Anspruch nicht zu Lasten der anderen Versicherten (Solidargemeinschaft) erbracht werden.

WURZELBEHANDLUNG

Wenn eine Nervbehandlung mit einem geringen Zeitauswand und mit sicherem Erfolg zu erbringen ist, dann erfolgt die Abrechnung über die Versichertenkarte. Das ist in der Regel bei Frontzähnen mit einer geraden Wurzel möglich. Bei den Backenzähnen wird es dagegen komplizierter. Meistens haben die Zähne 3-4 Nervenstränge, deren Verlauf ohne den Einsatz von optischen Vergrößerungshilfen (Lupe, Mikroskop) nicht zu erkennen ist. Hier stellen die Krankenkassen finanzielle Mittel bereit, die für 50 Minuten Behandlungszeit gerechnet sind. Der Zahnarzt soll vor der Arbeit den Zeitaufwand einschätzen und den Zahn entfernen, wenn die Behandlung in der vorgesehenen Zeit nicht erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Mit der Entwicklung neuer Techniken wie drehmomentgesteuerten Mikromotoren, elektronischen Messverfahren für die Wurzellänge und Operationsmikroskopen können heute wesentlich mehr Zähne erhalten werden, als vor 20 Jahren. Dafür ist der Zeitaufwand entsprechend hoch und die Kosten können nicht von der Praxis getragen werden. Wir teilen den Patienten zum Behandlungsbeginn mit, welche Zusatzkosten voraussichtlich entstehen, damit sie entscheiden können,  ob sie den Zahnerhalt unter diesen Umständen wünschen. 

COMPOSITFÜLLUNGEN (KERAMIKFÜLLUNGEN)

Der Wunsch nach einer zahnfarbenen Füllung (Plombe) ist verständlich und bei kleineren Löchern auch realisierbar. Allerdings verdreifacht sich in der Regel der Zeitaufwand, verglichen mit einer Amalgamfüllung. Wenn dann noch unter dem Zahnfleisch liegende Füllungsränder oder eine sehr mobile Zunge als erschwerte Bedingungen hinzukommen, kann der Zeitfaktor auf das 4-6fache steigen. 

Composite sind nicht so hart wie Amalgam und bei sehr großen Füllungen ist das Bruchrisiko deutlich höher. Deshalb ist bei manchen Zähnen eine Amalgamfüllung möglich, aber als zahnfarbene Alternative kommt nur die Überkronung in Frage.

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