Amalgam oder doch besser Kunststoff?

Sonntag, 4. August 2013

Dr. Thomas Kühn Haben Sie sich mal gefragt, wie alt Ihre Füllungen (Plomben) sind, vielleicht 10 oder schon 20 Jahre? Und obwohl Amalgam seinen Langzeittest schon seit Jahrzehnten mit Bravour bestanden hat, ist es für manche Patienten bei einer Erneuerung der Füllung nicht einfach, sich wieder für Amalgam zu entscheiden. Durch spekulative Presseberichte in den vergangenen Jahren und Fehlinformationen unterschiedlicher Interessengruppen ist es zu einer Verunsicherung der Bevölkerung gekommen die bis heute dazu beiträgt, dass die Amalgamfrage sehr emotional diskutiert wird.

Alle weltweit durchgeführten Studien haben gezeigt, dass Füllungen aus Amalgam sehr widerstandsfähig sind und am längsten halten. In einer von Amalgamskeptikern und Amalgambefürwortern konzipierten langjährigen Studie wurde festgestellt, dass von AMG „keine über ein medizinisch vertretbares Maß hinausgehenden Risiken zu erwarten sind.“

Nach meiner 30jährigen Berufserfahrung spricht für AMG:

- dass es auch dort hält, wo andere Materialien grandios versagen, zum Beispiel wenn die Trockenlegung nicht ausreichend funktioniert

- dass auch sehr große Füllungen, die manchmal mehr als 2/3tel des Zahns umfassen, der Kaukraft standhalten

- dass das Material kostengünstig und vergleichsweise einfach zu verarbeiten ist was Zusatzkosten verhindert.

Was spricht für zahnfarbene Kunststofffüllungen?

- An erster Stelle steht die sehr gute Ästhetik.

- Bei kleineren Füllungen, bei denen die Trockenlegung gewährleistet ist, kann man eine Haltbarkeit von 5-8 Jahren erwarten.

- Nachteilig ist der deutlich höhere Materialpreis und ein im Vergleich zum Amalgam 2-3facher Zeitaufwand, dessen Kosten der Patient zu tragen hat.

Wer mehr über vergleichende Einschätzung von Amalgam und Kunststoff lesen möchte, kann sich den Vortrag von Prof. Georg Meyer von der Universität Greifswald ansehen.

Kunststoffe - ein unbedenkliches Füllmaterial?

Samstag, 26. Februar 2011

Inzwischen stehen auch die zahnfarbenen Füllmaterialien (Composite) in der Diskussion, gesundheitsschädliche Wirkungen zu entfalten. Der chemische Weichmacher Bisphenol A, der ähnlich wie das weibliche Hormon Östrogen wirkt, könnte  aus Compositen freigesetzt werden. Nach Meinung der  Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche Zahnmedizin (GZM) ist dieses Material in der Zahnheilkunde deshalb nicht mehr tragbar.

Als Zahnarzt stellt man sich dann die Frage, welches Material überhaupt noch eingesetzt werden soll. Amalgam und Composite sind zwar sehr haltbar, aber laut GZM nicht ohne gesundheitliches Risiko. Bei Goldgussfüllungen sind bislang keine Nebenwirkungen bekannt, aber sie sind für die meisten Patienten nicht bezahlbar. Die anderen Füllmaterialien haben eine Haltbarkeitim 2-Jahreshorizont und scheiden deshalb aus. Aus meiner Sich unterstreicht dieser Sachverhalt die Bedeutung der Prophylaxe, denn durch intensive Zahnpflege läßt sich ein Karies in vielen Fällen vermeiden.  Patienten, die bei uns zur professionellen Zahnreinigung kommen, brauchen nur noch ganz selten neue Füllungen.

An sonsten sollte man auch die Füllungswerkstoffe als Medikament mit Nutzen und Nebenwirkung betrachten. Der Nutzen eines vernünftig versorgten Zahnes ist deutlich höher zu bewerten, als das vermeintliche Risiko.

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