Zuzahlungen

Freitag, 28. Oktober 2016

Deutschland hat ein hervorragendes Gesundheitswesen, um das uns die Welt beneidet. Gegenüber den meisten europäischen Staaten gibt es bei uns zahnärztliche Versorgung auf Krankenschein. Damit die Kosten bezahlbar bleiben, sind die Leistungen in ihrem Umfang klar definiert und begrenzt. So können Behandlungen mit einem erhöhten ästhetischen Anspruch nicht zu Lasten der anderen Versicherten (Solidargemeinschaft) erbracht werden.

WURZELBEHANDLUNG

Wenn eine Nervbehandlung mit einem geringen Zeitauswand und mit sicherem Erfolg zu erbringen ist, dann erfolgt die Abrechnung über die Versichertenkarte. Das ist in der Regel bei Frontzähnen mit einer geraden Wurzel möglich. Bei den Backenzähnen wird es dagegen komplizierter. Meistens haben die Zähne 3-4 Nervenstränge, deren Verlauf ohne den Einsatz von optischen Vergrößerungshilfen (Lupe, Mikroskop) nicht zu erkennen ist. Hier stellen die Krankenkassen finanzielle Mittel bereit, die für 50 Minuten Behandlungszeit gerechnet sind. Der Zahnarzt soll vor der Arbeit den Zeitaufwand einschätzen und den Zahn entfernen, wenn die Behandlung in der vorgesehenen Zeit nicht erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Mit der Entwicklung neuer Techniken wie drehmomentgesteuerten Mikromotoren, elektronischen Messverfahren für die Wurzellänge und Operationsmikroskopen können heute wesentlich mehr Zähne erhalten werden, als vor 20 Jahren. Dafür ist der Zeitaufwand entsprechend hoch und die Kosten können nicht von der Praxis getragen werden. Wir teilen den Patienten zum Behandlungsbeginn mit, welche Zusatzkosten voraussichtlich entstehen, damit sie entscheiden können,  ob sie den Zahnerhalt unter diesen Umständen wünschen. 

COMPOSITFÜLLUNGEN (KERAMIKFÜLLUNGEN)

Der Wunsch nach einer zahnfarbenen Füllung (Plombe) ist verständlich und bei kleineren Löchern auch realisierbar. Allerdings verdreifacht sich in der Regel der Zeitaufwand, verglichen mit einer Amalgamfüllung. Wenn dann noch unter dem Zahnfleisch liegende Füllungsränder oder eine sehr mobile Zunge als erschwerte Bedingungen hinzukommen, kann der Zeitfaktor auf das 4-6fache steigen. 

Composite sind nicht so hart wie Amalgam und bei sehr großen Füllungen ist das Bruchrisiko deutlich höher. Deshalb ist bei manchen Zähnen eine Amalgamfüllung möglich, aber als zahnfarbene Alternative kommt nur die Überkronung in Frage.

Anwendungsempfehlungen für Chlorhexidin

Freitag, 28. Oktober 2016

Chlorhexidin das wirksamste Medikament zur Reduzierung der Keimzahl in der Mundhöhle, das wir kennen. Eine Spülung von 45 Sekunden kann eine Keimzahlreduktion von 90% über einen Zeitraum von 8 Stunden bewirken. Die für Antibiotika bekannte Resistenzbildung ist bei Chlorhexidin nicht zu befürchten. Chlorhexidin bekämpft Bakterien, indem es die Bakterienmembran löchrig macht und die Zellflüssigkeit in den Bakterien zusammenklumpen lässt. Hiergegen können sich die Bakterien nicht wehren, es kommt nicht zu einer Resistenz.

Chlorhexidin ist ein positiv geladenes Molekül, dass sich durch elektrostatische Adsorption an negativ geladenen Flächen des Zahns und der Mundhöhle anlagert. Allerdings ist zu beachten, dass sich die positiven Chlorhexidinmoleküle auch mit den negativ geladenen Molekülen von Zahnpasten verbinden. Besonders mit dem Schaum geht Chlorhexidin diese Verbindung ein und verliert dabei seine therapeutische Wirkung. Es sollte immer nach der Zahnpflege eingesetzt werden. Die Reste der Zahnpaste müssen ganz gründlich ausgespült werden.

Chlorhexidin hat so gut wie keine Nebenwirkungen. Nach längerer Anwendung kann es zur gelblich-braunen Verfärbung der Zähne und des Zungenrückens führen. Sie lassen sich aber ohne Schwierigkeiten mit dem Pulverstrahlgerät im Rahmen der professionellen Zahnreinigung entfernen. Vereinzelt beklagen sich Patienten über Geschmacksstörungen, die aber nach dem Absetzen sofort abklingen.

Chlorhexamed gibt es von der Fa. Blend a med als gebrauchsfertige Spüllösung in der Apotheke. Sie können aber auch jede andere Spüllösung verwenden, die 0,2% Chlorhexidin enthält. Spülen Sie damit bitte jeden Tag abends nach dem Zähneputzen für eine Minute und spülen sie danach nicht mehr mit Wasser aus, damit das Präparat möglichst lange wirken kann. Wenden sie das Medikament über 24 Tage täglich an und steigen sie dann auf 1x Spülen pro Woche um.

Bei einer Parodontitis ( Entzündung des Zahnfleischs) oder nach einer Operation am Zahnfleisch können sie den betroffenen Bereich am Tag mindestens 10x einpinseln.

CHX-Gel ist 1%iges Chlorhexidindiglukonat, daß mit Medikamentenschienen auf die Zähne aufgetragen wird. Es ist noch wirkungsvoller als die Spülung, erfordert aber die Anfertigung von Modellen und die Herstellung von tiefgezogenen Schienen. Die Schienen werden abends nach der Zahnflege über einen Zeitraum von 14 Tagen und einer Einwirkzeit von 5 Minuten eingesetzt.

Die Schienen können nach der CHX-Behandlung für die wöchentliche Fluroidierung weiter genutzt werden.

Härtefallregelung

Freitag, 28. Oktober 2016

Damit auch Patienten mit einem geringen Einkommen nicht ohne Zähne herum laufen müssen, gibt es in Deutschland eine Härtefallregelung, um die uns viele Länder beneiden.
Die Kassen übernehmen in diesem Fall die Gesamtkosten für eine Zahnersatzversorgung, die mit den geringsten Kosten hergestellt werden kann.
Das Bruttoeinkommen, bei dessen Unterschreitung die Härtefallregelung greift, wird jedes Jahr angepasst und kann im Internet unter dem Stichwort `Härtefallregelung der Krankenkassen´ in Erfahrung gebracht werden.

Für das Jahr 2016 gelten folgende Bruttoverdienstgrenzen:
Alleinstehende 1160€
Mit einem Angehörigen 1600€
Jeder weitere Angehörige 290€

Wer die Bruttoverdienstgrenzen nur geringfügig überschreitet, kann für sich eventuell die gleitende Härtefallregelung in Anspruch nehmen.

Generationenwechsel

Freitag, 30. September 2016

Katharina Kühn
In den 15 Jahre nach der Wende habe ich zum Teil 60 -70 Stunden in der Woche gearbeitet. Manche Patienten werden sich daran erinnern, dass man bei mir schon um 6:15 einen Termin bekam und abends nach 21 Uhr immer noch in der Praxis Licht brannte.
Mir hat die Arbeit immer sehr viel Spaß gemacht und es war eine interessante Zeit. Durch die Arbeit von Frau Jaber und meiner Tochter kann ich jetzt etwas ruhiger treten und die Früchte der jahrelangen Arbeit genießen.
Aus dem Grund habe ich mich für eine Wochenarbeitszeit von 25 Stunden entschieden, denn ich möchte gesund das Rentenalter erreichen. Bis ich nicht mehr praktisch arbeite, werden bestimmt noch 5-10 Jahre vergehen. So kann ich meinte Tochter, die wegen der beiden Kinder nicht voll arbeiten kann, auch ein Stück entlasten und den organisatorischen Teil der Praxis übernehmen.

Neue Zahnärztin

Freitag, 30. September 2016

2010 ist meine Tochter Katharina mit in meine Praxis eingestiegen. Auf diese Zeit habe ich mich sehr gefreut und wir arbeiten gut zusammen. Ich bin sehr froh darüber, dass ich ihre berufliche Entwicklung begleiten kann und dass wir uns so gut verstehen. 2014 ist Jonas auf die Welt gekommen. Jetzt hat sie 2 Kinder und wird bis Sommer 2016 zu Hause bleiben und sich um die Kinder kümmern.
Basima Aljaber
Da die Patientenzahl so groß ist, dass ich hoffnungslos überlastet wäre, habe ich mich um eine Vertretung bemüht, die möglichst schon einige berufliche Erfahrung haben sollte.
Mir ist dabei ein Glückstreffer gelungen, in dem ich eine syrische Kollegin Frau Basima Aljaber einstellen konnte. Sie hat in Damaskus über 10 Jahre eine eigene Praxis geführt und hat dann das Land wegen des Bürgerkriegs verlassen. Ich war sehr erstaunt, dass sich die zahnärztliche Ausbildung in Syrien durchaus mit Deutschland vergleichbar ist und dort die gleichen Materialien und Geräte zum Einsatz kommen, wie in unseren Praxen. Insofern war der Übergang nahtlos und unproblematisch.
Was ich allerdings mit ganz viel Bewunderung sehe, ist die sprachliche Ausbildung, die bei mir zu kurz gekommen ist. Neben ihrer Muttersprache spricht sie auch noch arabisch, englisch und deutsch. Da wir uns auf der fachlichen und der menschlichen Seite so gut verstehen, ist eine langfristige Zusammenarbeit geplant.